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PROJECT

Crossing Art & Science – No. 1 | Geschwindigkeit

Zugänge zum Thema  Geschwindigkeit

Der Auftakt von Crossing Art & Science #1 stand unter dem Motto “Geschwindigkeit”. Vier Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen gaben siebenminütige Einblicke in ihre Forschung unter der Perspektive der Geschwindigkeit:

Ass.-Prof. DI (FH) Marianne Pührerfellner, Abteilung Visuelle Kommunikation der Kunstuniversität Linz erklärte, dass visuelle Kommunikation einen angenehmen Rhythmus braucht, um zu funktionieren. Visuelle Symbole dienen dazu, die menschliche Kommunikation rascher und einfacher ablaufen lassen zu können. So haben sich etwa drei Striche – das sogenannte Hamburger-Menü-Icon – im Internet als visueller Code etabliert, um schnell das Menü einer Website finden zu können. Einfach neue Symbole zu erfinden, überfordert die visuelle Kommunikation aber meist. Bereits bekanntere Symbole zu benützen und neu zu besetzen, funktioniert meist besser, meinte Pührerfellner. “Die entscheidende Frage ist aber, ob die zwischenmenschliche Kommunikation auch in Zukunft mit der viel rascheren Kommunikation zwischen den Maschinen mithalten können wird”, betonte die Forscherin.

Univ.-Prof. Dr. Anna Minta, Institut für Geschichte und Theorie der Architektur der Katholischen Privatuniversität Linz sprach darüber, dass zu hohe Geschwindigkeit zu Stillstand im Raum führen kann. Gerade in der Architektur schrecken die Menschen vor zu radikalen Neuerungen zurück. Oft dominiert der optische Wunsch, nach alten und gewohnten Baustilen. Dies ist vielleicht eine Gegenreaktion auf “die Wahrnehmung der Beschleunigung und des unaufhaltsamen Fortschritts in der Moderne”, so Minta. Historische Assoziationen könnten, bei rapiden technischen und sozialen Veränderungen, eine wichtige psychologische Funktion für den Umgang oder die Verarbeitung dieser Entwicklungen beim Menschen haben.

Sander Hofstee, BA, Labor Kreative Robotik der Kunstuniversität Linz führte in die Schwierigkeiten ein, Robotern das Gitarrenspielen beizubringen und erklärte, warum es dabei auf Ent- und Beschleunigen sowie das perfekte Zusammenspiel ankommt. Ein Problem liegt darin, die Bewegungen der menschlichen Hände und der zehn Finger auf zwei Roboterarme ohne Fingern, zu übertragen. Zusätzlich müssen sich die Arme aufeinander abgestimmt im richtigen Takt bewegen um Musik erzeugen zu können.

Dr. Karin Bruckmüller, Institut für Strafrechtswissenschaften an der JKU Linz, besprach die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von technischer Innovation und Gesetzgebung. Sie stellte die Frage, wie schnell das Recht sich verändern können muss, um technische Innovation nicht zu behindern, sondern zu fördern. Am Beispiel von strafrechtlichen Fragen bei Unfällen mit autonomen Fahrzeugen wird dies klarer: Da etwa die Schuldfrage bei einem Unfall eines selbstfahrenden Autos noch nicht geklärt ist, müssen Entwickler*innen derzeit in einer rechtlichen Grauzone arbeiten. Das behindert die Innovation in diesem Feld. Bruckmüller stellte klar: “Wir müssen klären, wer bei einem Unfall in Zukunft schuld sein wird: Der Fahrer, der gar nicht eingreifen kann? Der Programmierer, der den Algorithmus schrieb? Oder vielleicht das künstlich intelligente Auto selbst, weil niemand vorhersagen kann, wohin sich seine künstliche Intelligenz entwickelt hat?”

Auf die kurzweiligen Präsentationen folgte eine gemeinsame Diskussion mit dem Publikum darüber, welche Herausforderungen Interdisziplinarität an die Linzer Hochschulen stellt. Da wurde hervorgestrichen, dass Forscher*innen ihre eigene Disziplingebundenheit reflektieren müssten, um stärker in den Dialog mit anderen eintreten zu können.

Weitere Fotos zum Download finden Sie unter: www.picdrop.com/voggeneder/Q8piMZUvAt?client

Fotos Honorarfrei © vog.photo

Laufzeit

August 2014 – Dezember 2018

Fördergeber

  • Wissenstransferzentrum West (WTZ West)
  • Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) ehem. Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW)
  • Austria Wirtschaftsservice GmbH (AWS)
  • FTE Stiftung Forschung | Technologie | Entwicklung

Projektbeteiligte

  • Claudia Schwarz
    Academia Superior
  • Nina Fuchs
    Tabakfabrik Linz
  • Birgit Wimmer-Wurm
    JKU, WTZ West
  • Andre Zogholy
    Kunstuniversität Linz, Kunst.Forschung
  • Kathrin Anzinger
    Kunstuniversität Linz, WTZ West